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Kampfesspiele® ist eine spannende Methode zur Gewaltprävention und Selbstbehauptung, welche speziell auf die Bedürfnisse von Buben eingeht. Durch Kampfesspiele® können die Jungs lernen, wie sie sich anderen gegenüber behaupten können ohne gewalttätig zu sein. Kampfesspiele® ist soziales Lernen über das spielen. Es geht um Themen wie Selbstachtung, Mitgefühl, Stolz, Unterschiedlichkeit, Innerer Schieds- richter oder gegenseitige Wertschätzung.

Wir merken, dass fair und kraftvoll miteinander zu kämpfen toll ist und Spass macht! Dafür braucht es aber das Vertrauen untereinander und wir bauen dieses Vertrauen bei den Trainings gezielt auf (s. 'Ablauf eines Spannungsbogens'). Wenn ein Junge sich bei einem Spiel nicht getraut oder einen Kampf mit jemandem nicht machen will kann er das sagen, ohne dass er als "Memme" verunglimpft wird. Wer auch Nein sagen kann zeigt Stärke!



Jeder Spannungsbogen hat den gleichen Aufbau – im Zentrum steht das kampforientierte Spiel und das ist für die Jungs ganz klar auch der Teil mit den höchsten Erwartungen. Mit Recht! Wir beginnen aber mit Aufwärmen und einem Bewegungsspiel, einem Begrüssungsritual und einem Spiel mit dem Fokus „Teamarbeit“. Dann endlich folgt ein Kampfspiel. Hier merken wir bald, dass es deutlich mehr Spass macht mit-einander zu kämpfen anstatt gegen-einander. Dabei wird auch schnell klar, wie wichtig Vertrauen ist und dass dieses aufgebaut und gepflegt werden muss. Eine Erkenntnis wird auch sein, dass ohne Vertrauen kein fairer Kampf möglich ist, dass wir aber fair kämpfen wollen. Gewinnen ist schon sehr toll, aber nur, wenn der Kampf selber auch korrekt und spannend war. Das entspricht nicht nur dem geschönten Blick der Pädagogen, es ist tatsächlich auch das Ziel der Kinder. Dies war der Zenit des Trainings, wir bündeln dann im letzten Drittel die viele Energie, machen ein Spiel zum Abkühlen, sammeln uns beim Ritual und schliessen mit einem kräftigen Schlusspunkt! Hooooo-hoooo-ho!

5.Klasse_fair_kämpfen
1Klasse
5.Klasse

ein film

ablauf eines kampfesspiele®- trainings
was sind kampfesspiele® ?
so wird gekämpft

Bevor wir mit den Kampfesspielen® in einer Klasse anfange  gehen wir - wenn immer möglich - vorher rasch für einen kurzen Besuch in der Schule vorbei damit wir über die Erwartungen sprechen können. "Kämpfen" ist bei den Jungs schon ziemlich mit Bildern belegt und was wir mit den Kampfesspielen® machen wollen hat ja mit einem Box- oder Schwingertraining nichts zu tun. Also ist es sinnvoll, vorgänging darüber zu reden was denn das Ziel der Kampfesspieletrainings sein soll. Wann ist ein Kampf ein fairer Kampf? Hast du schon einmal fair gekämpft? Wieso?




Hier ein paar Beispiele für kampforien- tierte Spiele:


Der Seitenschieberkampf ist ein kurzes, sehr kräftezehrendes Kampfspiel: Zwei Jungs knieen auf der Matte in der Bankstellung und sie versuchen sich während einer Minute so oft wie immer möglich seitlich von der Matte zu schieben. Nachher gibt es einen Seitenwechsel.


Überfall: Ein Junge liegt auf den Matten und wird von 2-3 anderen Jungs (Anzahl und wer dies sein soll ist seine Wahl!) "belegt". Er versucht nun aufzustehen - wenn dies zu schwierig ist kann er Freunden um Hilfe rufen, diese müssen laut von 10 nach 1 rückwärts zählen und kommen ihm dann helfen. Schwierig ist dabei auch, dass die Helfer innerhalb der abgemachten Zeit auch aufrecht stehen müssen!


Bälle sichern: Auf einer Mattenfläche liegen drei grosse Medizinbälle, alle Jungs knieeen rund um die Matten und auf das Startkommando versucht jeder einen der Bälle fest zu halten. Wer nach 2 Minuten einen Ball hält hat's geschafft!


Es gibt ganz viele kampforientierte Spiele, einige davon sind mit eher wenig Körperkontakt wie beispielsweise der Rückenschieberkampf oder das Mattenschieben, bei dem zwei Gruppen eine senkrecht stehende, dicke Matte über eine Linie schieben müssen (oder dies zu verhindern versuchen...). Bei anderen müssen wir uns schon sehr sicher sein, dass der Kampfpartner sich fair und korrekt verhalten wird, um überhaupt auf einen Kampf einsteigen zu wollen - wir wollen uns ja auf keinen Fall verletzen. Der Überfall ist ein solches Spiel, oder auch das Flossspiel, bei dem auf einer dicken Matte zum Schluss nur noch einer der Jungs ist und alle anderen sind runter "geschubst" worden. Ich habe immer selber die Wahl, ob ich eine Anfrage zu einem Kampf annehmen will oder nicht!


Zum Schluss noch der Handtuchkampf, (den ich immer mit einem Judogürtel mache da man diesen besser halten kann): Zwei Jungs halten den Judogürtel gut in der einen Hand. Die Aufgabe ist nun, den Gürtel - mit oder ohne Kind dran  - über eine vorher abgemachte Linie zu bringen.


Und als Zugabe - weil ich diese Spiele  so gerne mag - ein Kampfspiel, das schön aufzeigt, dass der Spieleanleiter feinfühlig leiten muss, damit für die beteiligten Kinder die positiven Erfahrungen zum tragen kommen :-)


Ich möchte in die Gruppe! Zwei Jungs halten sich Bauch an Bauch ganz fest, so dass zwischen ihnen kaum Raum besteht. Ein dritter steht aussen vor und ruft "Ich möchte in die Gruppe!". Die zwei ("Gruppe") antworten "Sicher nicht, kein Platz, keine Lust , etc" worauf der Aussenstehende meint "Ich möchte aber!!" und versucht, sich zwischen die zwei reinzuzwängen. Diese versuchen das natürlich zu verhindern, lassen ihn aber doch rein wenn ersichtlich ist, dass er das auch wirklich will :-). Es wird ihm aber nichts geschenkt - keiner, der sich reinzwängen will möchte, dass ihm etwas geschenkt wird! Könnt ihr euch vorstellen wie schön das ist, wenn man dann wirklich zur Gruppe gehört obwohl die das ja gar nicht wollten zuerst?! Jetzt ist die Gruppe also zu dritt und aussen steht schon wieder ein Junge und ruft "Ich möchte in die Gruppe!" - "Keinesfalls!" antwortet diese....

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Es hilft allen Beteiligten, wenn wir schon beim ersten Treffen abmachen, was  für Regeln gelten sollen und diese auf dem Plakat aufschreiben.

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Beim letzten Mal Kampfesspiele® mit einer Gruppe lassen wir genug Zeit für die Schlussrunde. Wir fangen beim Daumen an: was war gut? Dann der Zeigefinger: was war wichtig? Bis hin zum kleinen Finger: und was kam zu kurz? Fussball spielen! sagen die Jungs dann meistens... Stimmt, haben wir nicht einmal gemacht.

die diskussion ist ein wichtiger teil

In der Stunde erarbeitete Plakate.



Kampfesspiele® machen wir immer in einem geschützten Rahmen, häufig in einer Turnhalle, aber auch auf einer Lichtung im Wald - wichtig ist, dass sonst niemand zuschauen kann und die Jungs so die Chance haben, sich von eingespielten Mustern lösen zu können.

kraftprotz.net

Kampfesspiele® wurden von Josef Riederle in Deutschland entwickelt.  Das Bildungsinstitut Kraftprotz bietet in der Schweiz zusammen mit Respect! aus Zürich Kurse und Weiterbildungen an - ein Blick auf die Webseiten lohnt sich!


Hier findest du die Daten für einen Schnuppertag und mehr Infos zur Weiterbildung zum Anleiter oder auch zur Anleiterin Kampfesspiele®!

Viele Spiele sind aus der Spielesammlung aus den zwei Büchern Kampfesspiele® 1 und Kampfesspiele® 2 - diese sind hier für wenig Geld zu bestellen. Lohnt sich!